Lymphdrainage – wie verschwindet dein Ödem am schnellsten?
Autor: Daniel Faulhaber
Mit diesem Infoguide möchten wir dir einen verständlichen und fundierten Überblick über das Thema Lymphdrainage geben – wie es genau funktioniert, bei welchen Beschwerden es hilft und wie wir dich dabei unterstützen können.
Dabei stützen wir uns auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie auf unsere langjährige Erfahrung – sowohl aus der therapeutischen Praxis als auch aus dem persönlichen Umfeld.
1. Wann wird Lymphdrainage verschrieben?
Eine manuelle Lymphdrainage wird dir von deinem Arzt verordnet, wenn bei dir ein Ödem oder Lymphödem
festgestellt wurde, also eine Schwellung, bei der sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt und nicht
ausreichend abtransportiert werden kann. Häufig tritt so etwas bei chronischen oder akuten Lymphödemen
auf, zum Beispiel nach einer Krebsbehandlung, oder auch bei einem Lipödem. Solche Schwellungen
können unterschiedliche Ursachen haben. Sie entstehen zum Beispiel nach Operationen, wenn bei
Krebserkrankungen Lymphknoten entfernt wurden und dadurch der natürliche Abfluss der Lymphflüssigkeit
gestört ist.
Auch nach Verletzungen kann es dazu kommen, wenn Lymphgefäße beschädigt werden und
dein Körper vorübergehend nicht in der Lage ist, die Flüssigkeit richtig abzuleiten. Beim Lipödem ist die
Ursache eine krankhafte Vermehrung von Fettzellen, durch die die kleinsten Blutgefäße durchlässiger
werden. Dadurch tritt mehr Flüssigkeit ins Gewebe aus, was schließlich zu Schwellungen führt. 1
2. Wie funktioniert Lymphdrainage?
Dein Lymphsystem ist ein eigenes Gefäßsystem, das parallel zu deinen Blutgefäßen verläuft. Es sorgt dafür,
dass Eiweiße, Zellreste, überschüssiges Gewebswasser und Immunzellen aus dem Gewebe zurück in den
Blutkreislauf transportiert werden. Damit dieser Transport funktioniert, besitzen die Lymphgefäße – genau
wie Blutgefäße – kleine Klappen. Diese verhindern, dass die Flüssigkeit zurückfließt und sorgen dafür, dass
sie nur in eine Richtung abtransportiert wird.
Damit die Lymphe sich bewegen kann, braucht es mechanischen Druck. Dieser Druck kann zum Beispiel durch die Hände während der manuellen Lymphdrainage, durch Muskelanspannung bei Bewegung, durch Wasserdruck im Schwimmbad oder durch Kompressionsstrümpfe und Bandagen entstehen.
Vielleicht fragst du dich, wie die Flüssigkeit aus einer Schwellung überhaupt wieder in die Lymphgefäße
gelangt. Stark vereinfacht kannst du dir das so vorstellen: Die Lymphgefäße sind über feine Fäden,
sogenannte Ankerfilamente, mit dem umliegenden Bindegewebe und der Haut verbunden. Ziehst du
bildlich gesprochen an diesen Fäden – zum Beispiel durch Druck, Zug auf die Haut oder Bewegung – öffnen
sich kleine Zugangsstellen der Gefäße. Dadurch kann die angestaute Gewebsflüssigkeit in die Lymphbahn
einfließen. Von dort wird sie dann durch die Klappen und die sich rhythmisch zusammenziehenden
Abschnitte der Lymphgefäße weitertransportiert. Auch äußerer Druck durch Bewegung, Kompression oder
Lymphdrainage unterstützt diesen Fluss. Auf diese Weise kann dein Körper das angestaute Gewebswasser
nach und nach wieder in den Blutkreislauf zurückführen.2
3. Bei welchen Beschwerdebildern hilft Lymphdrainage?
Grundsätzlich ist der Wissensstand über die Wirksamkeit von Lymphdrainage bei Menschen mit einer
vergangenen Brustkrebsdiagnose am höchsten. Ob eine alleinige Lymphdrainage jedoch eine
Volumenreduktion hat ist derzeit stark diskutiert und nicht eindeutig geklärt. Einige Studien sprechen sich
dafür aus, andere dagegen34
Lymphdrainage nach chirurgischen Eingriffen wurde in der Vergangenheit deutlich seltener untersucht,
jedoch zeigen einige Ergebnisse, dass es allein durch Lymphdrainage zu keiner schnelleren Abschwellung
kommt gegenüber einer Placebobehandlung.5
Bei Lipödemen wird Lymphdrainage meist nur in Zusammenhang mit einer Komplextherapie genannt. Diese soll manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegungstherapie und Hautpflege, Fettabsaugung und plastische Chirurgie,
Ernährung und körperliche Aktivität sowie gegebenenfalls Psychotherapie betrachten.6
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Komplextherapie häufiger empfohlen wird, als
eine alleinige Lymphdrainage.
4. Wie kann man die Wirkung von Lymphdrainage optimieren?
Wie du bereits erfahren hast, besteht die sogenannte Komplextherapie aus den Bausteinen Kompression,
Bewegung und Prävention. Die Kompression kann auf verschiedene Weise erfolgen – zum Beispiel durch
den Druck der Hände während der Lymphdrainage, durch Kompressionsstrümpfe oder -bandagen oder
auch durch Wasserdruck, etwa im Schwimmbad. Wenn du diese Maßnahmen mit Muskelaktivität, also
Bewegung, kombinierst, können deutlich bessere Ergebnisse erreicht werden.
Damit du noch häufiger von der Wirkung der Lymphdrainage profitieren kannst, eignet sich ein
Lymphdrainageprogramm zur Eigenanwendung, das du selbstständig im Alltag durchführen kannst.7
Zusätzlich spielt die Vorbeugung eine wichtige Rolle. Durch einfache Präventionsmaßnahmen kannst du das
Risiko für neue Schwellungen verringern. Dazu gehören zum Beispiel eine regelmäßige Hautpflege,
Sonnenschutz, das Tragen von bequemer Kleidung ohne einschnürende Bündchen und ein bewusstes
Gewichtsmanagement durch Ernährung.8
5. Mythen und Fakten
Nur Lymphdrainage sorgt dafür, dass sich ein Ödem reduziert.
Lymphdrainage allein scheint sich nur geringfügig auf ein Ödem auszuwirken. Sie sollte immer in
Verbindung mit anderen Maßnahmen aus der Komplextherapie durchgeführt werden.9
Nach Entfernen von Lymphknoten kann eine MLD präventiv genutzt werden, um Ödeme zu verhindern.
Die derzeitige Meinung ist, dass eine alleinige vorsorgliche manuelle Lymphdrainage vermutlich keinen
präventiven Nutzen für eine Ödembildung innehat.10
6. Wie können wir dich im Move unterstützen
Im Move begleiten wir dich dabei, dein Lymphsystem selbstständig, sicher und mit einem guten Gefühl zu
managen. Wir möchten, dass du dich bei uns nicht nur behandelt, sondern umfassend verstanden und gut
angeleitet fühlst. Deshalb verbinden wir fachkundige Therapie mit praktischer Unterstützung, die dir im
Alltag echten Nutzen bringt.
Unsere Therapeutinnen und Therapeuten erklären dir verständlich die Komplexe Physikalische
Entstauungstherapie (KPE) – das abgestimmte Zusammenspiel aus Kompression, Bewegung, Training,
Ernährung und präventiven Maßnahmen. Du erfährst, wie diese Elemente ineinandergreifen und weshalb sie
nur als ganzheitliches Konzept nachhaltig wirksam sind. So weißt du jederzeit, warum eine bestimmte
Maßnahme sinnvoll ist und welchen Beitrag sie zu deinem Wohlbefinden leistet.
Neben der manuellen Lymphdrainage vermitteln wir dir auch das Wissen, das dir hilft, Körpersignale richtig
zu interpretieren und selbst aktiv gegenzusteuern – mit einfachen Griffen, gezielten Bewegungen oder
Verhaltensweisen, die Schwellungen reduzieren können. Gemeinsam entwickeln wir Strategien, die sich
problemlos in deinen Alltag integrieren lassen, etwa durch passende Kleidung, gute Hautpflege, Infektions- und Sonnenschutz, eine bewusste Ernährung sowie ein gesundes Gewichtsmanagement.
Damit du rundum gut unterstützt bist, arbeiten bei Move Therapie und Training eng zusammen. Unser
Trainingsteam steht dir zusätzlich mit individuellen Trainingsplänen und Ernährungscoaching zur Seite, die
genau zu dir und deinen Zielen passen. So erhältst du nicht nur therapeutische Expertise, sondern auch die
Sicherheit, in allen Bereichen deines Gesundheitswegs die richtigen Ansprechpartner an deiner Seite zu
haben.
7. Fazit
Lymphdrainage ist ein wichtiger Bestandteil, wenn es darum geht, den natürlichen Abfluss der
Lymphflüssigkeit zu unterstützen und Schwellungen zu reduzieren. Sie hilft deinem Körper dabei,
überschüssige Gewebsflüssigkeit abzutransportieren und das Gleichgewicht im Lymphsystem
wiederherzustellen. Auch wenn die alleinige Wirkung der Lymphdrainage wissenschaftlich unterschiedlich
bewertet wird, steht fest, dass sie in Kombination mit anderen Maßnahmen – wie Kompression, Bewegung
und Prävention – die besten Ergebnisse erzielt. Genau dieses Zusammenspiel macht die sogenannte
Komplexe physikalische Entstauungstherapie so wirkungsvoll.
Indem du lernst, wie dein Lymphsystem funktioniert und wie du es aktiv unterstützen kannst, übernimmst
du selbst eine entscheidende Rolle in deiner Therapie. Regelmäßige Bewegung, bewusste Hautpflege und
passende Kleidung sind einfache, aber wirkungsvolle Wege, um dein Ergebnis langfristig zu stabilisieren.
Im Move möchten wir dich dabei begleiten, dein Lymphsystem besser zu verstehen und selbstbewusst mit
deiner Situation umzugehen. Mit dem richtigen Wissen, individuell abgestimmten Übungen und einem
klaren Verständnis für die Zusammenhänge kannst du aktiv dazu beitragen, dein Wohlbefinden zu
verbessern und Schwellungen nachhaltig zu reduzieren.
Autor
Daniel Faulhaber
Physiotherapeut
Daniel ist staatlich geprüfter Physiotherapeut (B.Sc.) sowie erfahrener Sport- und Gymnastiklehrer. Er verbindet evidenzbasiertes Fachwissen aus dem wissenschaftlichen Kontext mit praxisnahen Lösungen und begleitet Menschen individuell, pragmatisch und auf Augenhöhe. Sein Ziel: mehr Schmerzfreiheit, bessere Leistungsfähigkeit und ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper.





